PETER TO ROT
5.3.1912-7.7.1945
Gedenktag 7.Juli

Die Kongregation der Missionare vom Heiligsten Herzen Jesu und die Kirche von Papua-Neuguinea haben ihren ersten Heiligen: Peter To Rot. Ein kirchlicher Laie. Ich bin sicher, das hätte unserem Gründer P. Jules Chevalier (der bisher weder selig- noch heiliggesprochen wurde) gefallen, der schon ganz früh auf die Nichtgeweihten als Träger seiner Mission setzte. Ihm war klar, dass gerade in der Zeit nach der französischen Revolution, in der Priester verfolgt wurden und ihnen deshalb viele Bereiche des täglichen Lebens nicht zugänglich waren, die Laien die Träger der Verkündigung sein müssten. Peter To Rot war einer aus einer langen Reihe, der darin bis in den Tod ging, wie auch viele der Herz-Jesu-Missionare in den Jahren seit dem Beginn der Mission 1881 in Papua-Neuguinea. Das Durchschnittssterbealter der Missionare lag bei 27!
Der Vater von Peter To Rot, Angelo Tu Puia, seines Zeichens Dorfvorsteher und die Mutter, Maria la Tumul, waren beide zum Katholizismus übergetreten. So konnte Peter die örtliche Missionsschule der Herz-Jesu-Missionare besuchen und wurde ab 1930 am Saint Paul’s College der Missionare des Heiligsten Herzens in Taliligap zum Katecheten ausgebildet. 1933 wurde er Katechet in Rakunai. 1936 heiratete er Paula La Varpit und wurde dann Vater von drei Kindern – eines starb als Säugling, das dritte wurde erst nach seinem Tod geboren.
Nach der Invasion der japanischen Truppen auf der Insel zwischen 1942 und 1945, die damals noch Neubritannien hieß, wurde die Missionsarbeit von Priestern und religiösen Organisationen in der Diözese Rabaul verboten, weshalb der Pfarrer von Rakunai Peter To Rot die Leitung der Gemeinde übertrug. Ende 1943 schränkten die japanischen Behörden die Gottesdienste und alle seelsorgerlichen Dienste ein, einige Monate später wurden sie vollständig verboten. Peter hielt die Gottesdienste dennoch – nun heimlich – weiterhin ab und sorgte auch weiter für die Bedürftigen der Gemeinde, wobei er die Gefahr für sein Leben in Kauf nahm. Nachdem er einem verheirateten einheimischen Polizisten, der in Diensten der Japaner stand, eine zweite Ehe versagt hatte (die Japaner förderten die Polygamie), wurde er von diesem angezeigt und an Weihnachten 1944 verhaftet. Weil er sich nicht bereit erklärte, sein Katechetenamt aufzugeben, wurde er verurteilt und ins Gefängnis gesteckt. Schließlich wurde ihm eine Giftspritze verabreicht, dann, als diese nicht schnell genug wirkte, wurde er gefoltert, bis er tot war.
Papst Johannes Paul II. sprach ihn am 17. Januar 1995 in Port Moresby, der Hauptstadt Papua-Neuguineas, selig. Die Seligsprechung und viele Gebetserhörungen förderten seinen Bekanntheitsgrad und seine Verehrung im südpazifischen Raum und führten nach dem medizinischen Nachweis unerklärlicher Heilungen auf die Anrufung des Seligen hin letztlich zur Heiligsprechung am 19.10.2025. Nicht nur als erster der Chevalierfamilie, sondern auch als der erste aus Papua-Neuguinea.


